Yamaha R6 – Rennsporttechnik im Moto2-Stil

Gemeinsam mit Thomas Stingl von PSB Motorsport entstand eine außergewöhnliche Yamaha R6 für die IRRC Supersport. Das Projekt verbindet umfangreiche technische Umbauten mit einem eigenständigen Erscheinungsbild – und vielen durchdachten Details für den Rennalltag.

Vom 3D-Scan zur neuen Form

Als Grundlage erfasste ich das gesamte Motorrad per 3D-Scan. Zunächst orientierten wir uns bei der Verkleidung an der MotoGP-Suzuki. Im weiteren Projektverlauf entwickelte sich daraus eine eigene Form, die stärker an die Moto2 angelehnt war. PSB Motorsport modellierte die Verkleidung dafür händisch und arbeitete das endgültige Design aus.

Fahrwerk und Bremsen neu gedacht

Mein Anteil ging weit über die äußere Form hinaus: Ich gestaltete die hintere Radaufhängung sowie die gesamte Front einschließlich der Gabelbrücken neu. Auch die hintere Bremsscheibe und die zugehörigen Innenringe entstanden nach meinen Entwürfen.

In einer späteren Ausbaustufe kamen Carbonbremsscheiben hinzu. Für deren Adaption an die R6 konstruierte ich passende Bremsscheibeninnenringe.

Kleine Details mit großem Nutzen

Da das Motorrad ohne Lichtmaschine fährt, übernimmt eine eigens angefertigte Batterie die Energieversorgung für ein Sprintrennen. Dafür entwickelte ich ein passendes Batteriegehäuse. Ein externer Ladeanschluss mit kleiner Abdeckkappe ermöglicht das Nachladen zwischen den Einsätzen, ohne Teile am Motorrad demontieren zu müssen.

Thomas Stingl bringt viele Ideen und einen hohen Anspruch an jedes Detail mit. Gemeinsam entstanden deshalb auch Spezialwerkzeuge und zahlreiche kleinere Lösungen, die das Arbeiten am Motorrad erleichtern.

Drei Saisons im Renneinsatz

Mit dem tschechischen Fahrer Peter Najman wurde das Motorrad über drei Saisons in der IRRC Supersport eingesetzt und erzielte einige beachtliche Erfolge. Für mich ist es besonders schön, die selbst entwickelten Bauteile anschließend im Renneinsatz zu sehen.

Einblicke im Interview

Im Interview gebe ich persönliche Einblicke in das R6-Projekt und meine Arbeit. Dabei sehen Sie mich auch beim 3D-Scannen des Motorrads.

Danke für die gemeinsame Zeit

Ein besonderer Dank geht an Thomas Stingl und Thomas Blachut. Wir kennen uns seit vielen Jahren aus der Langstrecken-WM. Aus der gemeinsamen Begeisterung für den Rennsport sind spannende Projekte und eine Freundschaft gewachsen, die weit über die Rennstrecke hinausgeht. Umso schöner ist es, ein solches Motorrad gemeinsam auf die Räder zu stellen.

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